Professoren laufen Amok
Professoren der FH München haben den Betreibern der Internet-Seite www.meinprof.de rechtliche Schritte angedroht, falls ihre Namen nicht von der Seite entfernt würden. Die Homepage gibt Studierenden in ganz Deutschland die Möglichkeit, ihre Professoren zu benoten. Die Betreiber der Seite haben nun ein Kurzgutachten eines Medienrechtlers eingeholt. Darin wird eine Auflistung der Professoren-Namen für unproblematisch angesehen. Insbesondere liege kein Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht vor, da die Namen auch in Vorlesungsverzeichnissen aufgelistet seien. Zudem bestehe ein berechtigtes Interesse in Studentenkreisen, sich über die Qualität der Lehre zu informieren. Die Reaktion der Professoren spricht für sich. Ihre Kritikunfähigkeit ist ein Armutszeugnis. Leider wird in Deutschland eine Professorenstelle noch immer viel zu oft als beamtengleiche Lebenszeitstelle angesehen. Sind wir uns ehrlich: Das deutsche Hochschulsystem ist unfexibel. Zahlreiche Studiengänge könnten erheblich verkürzt werden, wenn man überflüssige Inhalte streichen und totgeschlagene Zeit einsparen würde. Aber natürlich hält jeder Professor seinen Wissenschaftsbereich für unersetzlich und nicht wenige halten Vorlesungen, die zwar in wissenschaftlicher Hinsicht interessant, für die Diplom- oder Examensvorbereitung jedoch völlig nutzlos sind. Wann wird sich dies ändern ?
(zum Hintergrund: www.sueddeutsche.de ; www.meinprof.de)
June 28th, 2006 at 14:49
Ha, da fühlten sich manche wohl mächtig auf den Schlips getreten. Gut, daß es so eine Seite gibt! Es gibt zweifelsohne hervorragende Professoren, aber leider auch viele, die ihre Vorlesungen lustlos abhalten und dort Inhalte vermitteln, die alles andere als prüfungs- oder berufsrelevant sind. Gute Professoren werden vor einer Benotung wohl kaum Angst haben (müssen)…